Anzahl an Wolfsrudeln hat zugenommen, 18 Wolfsterritorien sind in der Tschechischen Republik nachgewiesen

Dienstag, 25. Februar 2020

Im Rahmen des Wolfsmonitorings konnten 2019 in der gesamten Tschechischen Republik 18 Wolfsterritorien nachgewiesen werden. 16 davon befinden sich im Grenzgebiet, von denen sich manche nur z. T. in Tschechien befinden. Reproduktion wurde in 13 Gebieten bestätigt, die Rudelgröße umfasst 4-6 Tiere. Im Vergleich zu 2018 konnten zwei weitere Territorien und drei Rudel mehr nachgewiesen werden.

Die Daten wurden von Hnutí DUHA in Olomouc, der Mendeluniversität in Brno, der Agraruniversität in Prag, der Nationalparkverwaltung Šumava und der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik erhoben. Grenzgebiete wurden in Kooperation mit dem polnischen Verein WILK, den Partnern des OWAD-Projektes aus Sachsen und der Veterinäruniversität in Wien bearbeitet. Genetische Analysen wurden von der Karlsuniversität, der Agraruniversität und dem Cewolf-Konsortium durchgeführt.

Die Karte basiert auf Reproduktionsnachweisen, welche mittels Fotofallen oder genetischer Analysen dokumentiert wurden sowie auf bestätigten Hinweisen wie Spuren oder Losungsfunde, welche das Territorium anzeigten. Es wurden keine zufälligen Beobachtungen einzelner Wölfe – potenziell auf Wanderschaft – berücksichtigt. Auch diese Daten werden ausgewertet jedoch für die Bestimmung der besiedelten Territorien nicht einbezogen.

Die Daten beziehen sich auf das Wolfsjahr 2018/19, welches den Zeitraum von Mai 2018 bis April 2019 abdeckt und dem Reproduktionszyklus der Wölfe entspricht.

Die meisten Tiere im Norden konnten der mitteleuropäische Tierflandpopulation zugeordnet werden, deren Zentrum Polen und Deutschland ist. Inzwischen breiten sich auch die Wölfe aus den slöwakischen und polnischen Karpaten nach Mähren und Schlesien aus, wo sich die anzhal der Territorien von zwie auf vier erhöht hat. Weitere Informationen zu den Wolfsrudeln finden Sie unter www.mapa.selmy.cz. Einzelheiten zum tschechisch-sächsischen Grenzgeiet finden sie auf der Webseite des OWAD-Projektes.

Miroslav Kutal, wissenschafticher Mitarbeiter an der Mendeluniversität in Brno un Leiter des Hnutí DUHA kommentiert die Situation folgend: „Der derzeitige Ausbreitungstrend in der Tschechischen Republik, welche bereits in den letzten Jahren beobachtet wurden, hält an und wird durch ähnliche Beobachtungen in anderen europäischen Ländern bestätigt. Wölfe kommen aktuell in allen großen Staaten des europäischen Festlandes vor. Zum Beispiel wurden Wölfe, die aus der mitteleuropäischen Tieflandpopulation stammen. In Dänemark, den Niederlanden und in Belgien nachgewiesen werden.“

Pavel Hulva, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Karlsuniversität, Verantwortlicher für das genetische Monitoring: „In den letzten Jahren haben meine Kollegen und Studenten große Anstregungen unternommen, um ein angepasstes System zu etablieren, mit dem Feld- und Labordaten aus Tschechien mit anderen Ländern kombinierbar sind. Dadurch ergibt sich eine genauers Bild zum Wolfsvorkommen. Ebenfalls können wir die Auswirkungen dieser Schlüselart auf unsere anthropogen geschädigten Ökosysteme besser untersuchen.“

Aleš Vorel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Agraruniversität in Prag, Leiter des OWAD-Projektes, fügt hinzu: „Aus der Gebietsverteilung geht hervor, dass Wölfe hauptsächlich die Randgebiete des tschechischen Grenzgebiets besiedeln. Insbesondere werden in den Berg- und Waldgebeiten in den kommenden Jahren weitere Territorien erwartet. Vor allem erwarten wir, dass weitere Wölfe der mitteleuropäischen Tieflandpopulation aus Sachsen und Polen nach Tschechien gelangen. Aufgrund der hohen Mobilität sind eine Häufung von Beobachtungen einzelner wandernder Tiere und Verkehrsunfälle zu erwarten.“

František Pelc, Direktor der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik, fügt hinzu: „Der Wolf breitet sich allmählich in neuen Gebeiten aus und kann ungeschützte Nutztiere schädigen. Deshalb wurde der Wolfsmanagementpaln erarbeitet, in dem Maßnahmen festgelegt, um Schäden und Konflikte zu minimieren. Dies beinhaltet zum Beispiel die Vereinfachung der Schadenskompensation sowie die finanzielle Unterstützung von Präventionsmaßnahmen. Diese können Nutztierübergriffe verhindern.“

Kontakte:
Miroslav Kutal, Experte für große Bestien der Regenbogenbewegung und akademischer Mitarbeiter der Abteilung für Waldökologie der Universität Mendel in Brno: 728 832 889, miroslav.kutal@hnutiduha.cz
Pavel Hulva, molekularer Ökologe und akademischer Mitarbeiter der Karlsuniversität: 608 676877, hulva@natur.cuni.cz
Ales Vorel, ČZU & OWAD, 605281401, vorel@fzp.czu.cz
Karolína Šůlová, Agentur für Naturschutz und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik, 724 102 406, karolina.sulova@nature.cz


Anhang:
Karte der besiedelten Wolfsgebiete in der Tschechischen Republik im Jahr 2018/2019

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